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Hege & Pflege

Die Anschaffung dieses kleinen Vogels sollte – wie übrigens generell bei einem Haustier – gut überlegt sein. Auch so ein kleiner Vogel kostet Zeit und Geld. Vor allem wenn einem Kinderwunsch entsprochen werden soll, muss man sich darüber im klaren sein, dass das Kind vermutlich noch nicht vollständig die Verantwortung und Pflege des kleinen Hausgenossen tragen kann.

junger Harzer Edelroller Hahn

Kanarienvögel können je nach Rassezugehörigkeit sehr laut sein und nehmen keine Rücksicht darauf, ob man jetzt ein Mittagsschläfchen halten möchte o. ä. Auch die Nachbarschaft kann sich unter Umständen gestört fühlen. Diese Art Störung ist bei der Anschaffung eines Harzer Rollers allerdings weniger zu befürchten. Der Harzer zeichnet sich durch seinen sehr angenehmen Gesang, der durchweg mit geschlossenem Schnabel vorgetragen wird, aus.

Kanarienvögel brauchen bei Käfighaltung täglich Freiflug, zudem frisches Futter und Wasser. Der Käfig ist mindestens 1 x wöchentlich zu reinigen und auch um den Käfig finden sich reichlich Sandkörner, Schlauben von den Körnern etc.,  die Fensterscheiben werden gerne bekleckert. Kurzum hat man immer etwas zu reinigen. Wenn man in Urlaub fährt, benötigt man Jemanden, der den Vogel mindestens versorgt oder zu sich nimmt.
weiß dominanter Farbkanarienvogel

Hält man einen Kanari (in der Regel einen Hahn wegen des Gesangs) alleine, so muss sich wirklich ausreichend um ihn gekümmert werden. Der Vogel registriert immer die Nähe seines Halters, er baut eine gewisse Bindung auf. Kommt man in das Zimmer, piepst er erfreut und erwartungsvoll. Beschäftigt man sich nicht ausreichend mit dem kleinen Vogel, vereinsamt er.
Ich persönlich machte die Erfahrung, dass ein einzeln gehaltener Kanari sehr zahm werden kann. Im Alter von 7 Jahren bekam ich damals einen Hahn von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt – quasi als Hundeersatz. Ich beschäftigte mich so viel mit ihm, dass er vollkommen zahm wurde. Er kam auf den Finger, die Schultern, den Kopf,  flog immer hinter mir her.  Der kleine Kerl erreichte ein stattliches Alter von 16 Jahren. Er war ein fester Bestandteil meines Erwachsenwerdens. Und wahrscheinlich deshalb bin ich dieser Vogelart immer treu geblieben.

Bei einem Pärchen sollte der Käfig wesentlich größer sein (er kann aber auch für einen Einzelvogel niemals groß genug sein). Ggf. verstehen sich die Vögel nicht und einer jagt den anderen. Ist dies der Fall und kommt es ständig zum Streit, muss man die beiden wieder trennen. Ein Vogel, der ständig “untergebuttert” wird und keine Fluchtmöglichkeit hat, ist diesem Stress auf Dauer nicht gewachsen. Das führt unweigerlich irgendwann zum Tod des Unterlegenen. Dies kann auch bei Paarhaltung passieren. Hahn und Henne können sich unsympatisch sein. Auch kann es sein, dass der Hahn einen stärkeren Bruttrieb hat und die Henne zu viel jagt. Umgekehrt kann es genau so sein. Paarhaltung ist keine Garantie, dass es immer harmonisch zugeht. Die Vögel sind immer zu trennen, beovr einer ernsthaft Schaden nimmt.

In der Regel kommen zwei oder mehrere Hennen sehr gut miteinander klar. Auch Hennen verfügen über ein kleines Gesangsrepertoire. Die Haltung von zwei Hähnen in einem Käfig geht auf keinen Fall gut. Spätestens zum Beginn der Brutsaison kommt es unweigerlich zu sehr harten Auseinandersetzungen.

Auch auf Krankheitszeichen ist immer zu achten. Wenn der Vogel am Tag z. B. auf zwei Beinen sitzt, das Köpfchen in den Rücken steckt und insgesamt phlegmatisch wirkt, ist Gefahr im Verzug. Niest er ständig, sind seine Nasenlöcher umnässt, ist er am besten mit leichter Medizin vorsorgen – zumindest warm und trocken halten (Rotlicht nimmt ein solcher Vogel auch gerne an).

Auch Durchfall ist immer ein Alarmzeichen. Die Füße müssen auch immer beachtet werden. Sind die Krallen zu lang gewachsen, behindern sie den Vogel, so müssen diese fachmännisch zurückgeschnitten werden. Dies ist nur ein Auszug der Krankheiten, die unseren kleinen Freund heimsuchen und zu einem Tierarztbesuch führen können.

Wenn Sie jetzt immer noch sagen: Egal, das alles nehme ich für solch einen kleinen, süßen, Lebensfreude versprühenden Lebensgefährten auf mich – tja, dann sollten Sie sich näher mit dem Erwerb von einem oder auch zwei Kanarienvögeln beschäftigen.